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Der neue Merker 10/2009

"Operettts" an der Volksoper

Mögen Sie Tenöre?... Schätzen Sie das Wiedererkenn-Erlebnis bekannter Melodien?... Haben Sie schon einmal ein Tenorbalett gesehen? ... Lieben Sie in der Operette die Mischung aus Gesang, Schauspiel und Tanz? Oder gar deren Humor? Dann sind Sie an diesem Volksopernabend gut bedient. Und falls Sie gern Ihre Lieblinge gegen andere ausspielen, sind Sie erst recht am rechten Ort. Denn dann können Sie das mehrfach tun oder – es sich abgewöhnen…
Was also wird geboten?
Da ist der Heldentenoranwärter mit dem Sigfried-Profil, der das Ganze erfunden hat: THOMAS SIGWALD. Dann ist da der Feschak aus Teheran mit dem orientalischen „touch“ und der sicheren Höhe: MEHRZAD MONTAZERI. Und da ist ausgerechnet der fülligste von den Dreien, der mit tenoraler Lust den Tanzbuffo spielt: THOMAS MARKUS. Dazu kommt ein Vierter, der auch gelegentlich in der höheren Lage mitsingt, aber vor allem ein gewandter, witziger Pianist ist, und auch als Dirigent und Moderator fungiert: CHRISTIAN KOCH. Diese 4 hochstimmigen Komödianten ersetzen sämtliche anderen Stimmlagen, spielen und singen miteinander diverse Liebesduette, stellen das - vokale – Orchester („Fledermaus“-Ouvertüre!), mitunter auch den Chor (unter Assistenz des Publikums) und das Ballett. Die Hetz ist perfekt! Wenn das österreichische Wort „sich zerwuzeln“ (für hochdeutsch: totlachen) irgendwo angebracht ist, dann hier. Man muss es. Es wird viel geblödelt, aber doch auch wieder so gescheit, dass einerseits die Kunstgattung Operette kunstvoll durch den Kakao gezogen wird, andererseits die Liebe der Künstler zu dieser Spezies zweifelsfrei aus allem, was sie tun, hervorgeht. Sicherlich basiert dieser aber in erster Linie auf der Kenntnis der Operettenbranche. Es gibt ja kaum einen „Schlager“, der an diesem Abend nicht zumindest angesungen wird. Das immer wiederkehrende „lustige“ Zwischenspiel: „Komm mit nach Varasdin“, getanzt von den Herren Sigwald und Markus, erreicht bei der etwas 10. Wieerholung, nach wiederholter Ansage durch den Pianisten als etwas Neues, seinen (Lach-) Höhepunkt. Tenöre gelten als eitel und dumm, heißt es in der Vorankündigung. Was kann man gegen dieses Vorurteil Besseres tun, als diese Aussage mittels Übertreibung ad absurdum zu führen? Alle 3 (TTT) posieren in typischen Tenorposen, strahlen nicht nur vokal, sondern auch übers ganze Gesicht, um sich das Wohlwollen der Zuhörer und – schauer zu versichern, stellen aber in ihren Solonummern auch unmissverständlich unter Beweis, dass sie alle 3 auch tenoral schmachten können, sogar im p, pp oder im Flasett. Das geschieht meist in Form besonders gedehnter Tempi bei derlei „Schmachtfetzen“ und mittels entsprechender Grimassen.
Da bei solchen „Stars“ gern auch mal was passiert, lassen die 3 hier viel passieren. Einer hinkt nach einem Sturz beim Tanz von hinnen, der andere hustet sich krumm, der Pianist ist nicht da; oder es ist nur er da und die anderen nicht, und er versucht sie mit besonders zärtlichem Anschlag herbeizulocken – ohne Erfolg, sodass er sich dann mit kräftig angeschlagenen Märschen in Eigenregie tröstet. Dass da gelegentlich vom Radetzkymarsch zu Carmen oder Lohengrin übergegangen wird, stört nicht weiter….
Aus dem Einander-Verdrängen-Wollen wird nach und nach ein Miteinander köstlichster Art. Während einer singt, mimen die beiden anderen irgendwelche Instrumente, chorische Foskeln, oder sie umtanzen ihn. Zu unliebsamen Unterbrechungen kommt es natürlich mehrfach, oder auch zu endlosen Fermaten. Notenpulte schnellen in die Höhe und verdecken die Gesichter der Sänger, das Klavier wird eine Zeitlang durch einen Trichter á la „His Master’s Voice“ ersetzt, welcher Orchestermusik beisteuert, bis er zu dampfen und zu jaulen beginnt, man ihn abtransportieren und nur der Brandelgeruch zurückbleibt. Einmal setzen 2 der Tenöre ihrem Kollegen eine Blumenvase auf, um ihn zum Schweigen zu bringen und er tänzelt graziös damit ab. Die „Rosen in Tirol“, die sich drin befanden, werden an alle 3 verteilt besungen… Einer wird per Handy von einer Dame angerufen, fühlt sich geschmeichelt, aber dann ist der Ton weg. Grund genug, um den „Weibermarsch“ gemeinsam anzustimmen. Christian Koch sagt ein Preisausschreiben an: Wer ist ein Operettenstar? Das Puplikum soll mitentscheiden. Alle 3 Tenorissimi warten gespannt auf das Ergebnis. Es fällt tief enttäuschend für alle 3 aus. Denn: Es gibt nur einen Operettenstar für die Jahre 2010, 2011, 2012…..bis 2040: Juppi Heesters!“
Konsequentes passiert nach der Pause. Die typischen 3 Operetenakte werden in komprimierter Form vorgeführt – unter Einbeziehung des so ziemlich gesamten Personals aller bekannten Werke von Strauß und Zeller, Ziehrer und Fall, Lehár und Kalman, Abrahem und Künneke, Stolz und Benatzky, Heuberger und Zichrer, Millöcker und Offenbach…
Wie die 4 das machen? Hören und sehen Sie sich das an! Es ist zu köstlich, um es sich entgehen zu lassen. 2 StundenLachtherapie garantiert.

Zeitung : Österrreich

"Operettts" an der Volksoper

Ein Operettenabend ohne Dekoration mit drei Tenoren an der Wiener Volksoper.

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Karl Löbl
© TZ Österreich

Drei Tenöre, alle weltberühmt, gemeinsam auf dem Podium. Das hatten wir schon. Das ist leider Vergangenheit. Drei Tenöre, alle aus dem Ensemble der Volksoper, gemeinsam auf deren Bühne. Das hatten wir noch nicht. "operettts" heißt dieses neue Programm. Jedem Tenor also ein T im Titel. Freitag war Wiener Premiere einer Produktion, die in Niederösterreich bereits Erfolg hatte.

Auch das Publikum der Volksoper schien glücklich, Operetten-Schlager aus zwei Dutzend Stücken und Lieblingsmelodien wie am Fließband genießen zu können. Thomas Sigwald, Mehrzad Montazeri und Thomas Markus boten tenorale Effekte, einige Späße, auch Selbstironie und taten so, als seien sie Konkurrenten. Sie waren jedoch ein gut studiertes Terzett, das die musikalische Collage mit publikumswirksamem Operetten-Charme vorführte. Christian Koch war ein um Pointen nicht verlegener, vorzüglicher Mitspieler am Klavier.

An Lachern und Beifall fehlte es nicht. Künftige Schließtage könnte man dank "operettts" recht gut vermeiden.

Autor: Karl Löbl



Volksoper: Direktor Meyer hat eine weitere Attraktion zu bieten:


Zeitung: Kronen Zeitung


„operettts“ (mit drei T) steht für drei Tenöre , die Ohrwürmer, Evergreens und Tanznummern der leichten Muse mit Lust, Laune, Witz und vielen Gags zu einer Revue der hübschesten Melodien formen. Die Idee dazu hatte Thomas Sigwald, der gemeinsam mit Thomas Enzinger (Regie) einen bunten Stücke-Mix serviert. Und der gefällt dem Publikum tatsächlich recht gut.

Ausgelassen wird dabei kaum ein Gag: so führt ein „Handyphonat” zu einer Talkshow mit abschließendem „Publikumsgejaule“…..

Es wird solide gesungen: Ob Thomas Sigwalds attraktiver Tenor “Dein ist mein ganzes Herz“ schmettert oder ob Mehrzad Montazeris kraftvolle Stimme: „Oh Mädchen mein Mädchen” intoniert, ist da nichts auszusetzen. Thomas Markus greift imponierend tief in den vokalen Farbkasten und weiß, wie man mit leichtem Operettenhüftschwung noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Christian Koch ist ein verlässlicher, die Sänger gekonnt umsorgender Begleiter, der nicht nur pianistisch-improvisatorisch einiges zu bieten hat, sondern auch stimmlich und als Schauspieler einiges beisteuern kann.

Ein fröhlich unterhaltsamer Volksopernabend, bei dem das Team zwar nur einige wenige Abstecher ins Traumland der großen Operette wagt, aber dennoch mit einer originellen

Programmierung das Publikum auf seine Seite zieht.

Florian Krenstetter


Volksoper: 0,3 Tenöre und die Tauber-Lieder

Zeitung:   (Die Presse)

Jubel über ein kabarettistisches Programm, das Operetten-Manieren aufs Korn nimmt.

Wenn es nach der Kicher-Statistik des Lach-Barometers geht, war das eine Sternstunde der Volksoper. „operettts“ – drei „t“ weil drei Tenöre, begleitet von einem vierten, durchaus sangesfreudigen Zeitgenossen, der auch Klavier spielen kann – heißt die Show. Thomas Sigwald hat sie erfunden und realisiert sie im Verein mit Mehrzad Montazeri und Thomas Markus zum hörbaren Amusement des Publikums. Es ist Klamauk der Klasse Muckenstruntz & Bamschabel, der da geboten wird. Zielscheibe sind die tenoralen Grundeigenschaften und Bühnen-Eitelkeiten, deren parodistische Verwertung zu einem leicht fasslichen, weil durch etliche Wiederholungen und Ähnlichkeiten die Wiedersehensfreude strapazierenden Abend gebündelt werden.

2
Die Grundidee: Nummern aus beliebten Operetten werden, clownesk verballhornt, zum Vehikel einer zuweilen sogar selbstkritisch anmutenden Bühnenparodie. Sänger, die einander den Erfolg neiden, mit kleinen, bösen Tricks die Konkurrenz auszuschalten trachten – und jedenfalls den hohen Ton länger aushalten möchten als die Partner. Dergleichen Auseinandersetzungen kennt man aus Berichten von Opern-Kapazitäten vom Format einer Birgit Nilsson und eines Franco Corelli. Warum sollten sie nicht, aus dem Leben von Volksopern-Tenören gegriffen, einmal zum Thema zynischen Flagellantentums werden?

Es erweist sich der Pianist Christian Koch nicht nur als brillanter Arrangeur, der nachweisen kann, dass sich das Mitklatschen vom Radetzky-Marsch mühelos in andere Zweivierteltakt-Regionen herüberholen lässt. Er animiert das Auditorium sogar zum Mitsingen. Das wirkt. Wie heißt es bei Thomas Bernhard so schön? „Begeistert sie, offensichtlich.“

W.Sinkovicz

 

 



NÖN
(Niederösterreichische Nachrichten)

Operettts

Tenöre sind eitel und dumm; so lautet das Vorurteil. Gerade mit Hilfe dieses Klischees formten Thomas Sigwald (geistiger Vater und Produzent von „Operettts“), Mehrzad Montazeri und Thomas Markus einen musikalisch hochstehenden, wunderbar selbstironischen Konzertabend. Jüngst waren sie im Stadttheater Baden zu Gast.
Begleitet vom kongenialen Christian Koch am Klavier, der viel Eigenständiges zum abwechslungsreichen Programm beisteuert, machen sich die Drei über alles lustig, was Operettentenören an der Operette heilig sein müsste – und gestalten gerade dadurch eine immer wieder tief berührende Liebeserklärung an die leichte Muse, auf immer wieder überraschend komischen Umwegen.
Fazit: Eine Liebeserklärung an die Operette mit höchstem Unterhaltungswert.

2.7.2007; – TJ –

 

BADENER ZEITUNG

Voller Einsatz, volle Kehle - Jubel und Applaus bei „Operettts“
Beste Unterhaltung mit Sigwald, Montazeri, Markus,Koch

Nach einer Idee von Thomas Sigwald entstand in Zusammenarbeit mit Thomas Enzinger das launige Musikkabarett „Operettts“, bejubelt vom Publikum an zwei Abenden im Stadttheater Baden.

Ganz schön schwindelig kann einen die Draufsicht auf die unten abgebildeten vier Herren machen. Schwindelig wurde einem allerdings auch bei deren Darbietungen im Stadttheater Baden vergangene Woche. Stellten sie doch so ziemlich alles auf den Kopf, ohne dabei die Qualität vermissen zu lassen, was man üblicherweise mit Operette verbindet. Die 3 „t“ des Programmtitels „Operetts“ standen für „toi, toi, toi“, das sie sich selbst wünschten. Da konnte ja gar nichts schiefgehen. Wie die drei Tenöre – Thomas Sigwald, in Baden bestens bekannt, Mehrzad Montazeri, ein in Teheran geborener Österreicher, der an der Musikhochschule Wien und am Konservatorium der Stadt Wien sein Operstudium absolvierte, und Thomas Markus, der ebenfalls an der Hochschule in Wien Gesang studierte, um den Platz an der Sonne, sprich Rampe kämpften, war ein Vergnügen der besonderen Art. Da wurde getrickst und auch zu handgreiflichen Mitteln gegriffen, um eine Soloarie zu schmettern. Und das Publikum bedachte nicht nur die gesanglichen Darbietungen mit viel Applaus, sondern auch den Humor und die Beweglichkeit der Herren. Letztere bei brütender Hitze und voller Kostümierung, eine beachtliche körperliche Leistung. Die Herzen der Theaterbesucher eroberte im Sturm der Vierte im Bunde - Christian Koch. Ein großartiger Klavierspieler und Klavierbegleiter, wie man ihm nur selten begegnet. Mit einer gehörigen Portion Komik und viel Bühnenpräsenz noch dazu. Der in Wien lebende Kärntner ist Dirigent, Korrepetitor, Liedbegleiter und Vocal-Coach in Personalunion. Inszeniert hat Thomas Enzinger. Für die schwungvollen Bewegungen der Herren sorgte Bohdana Szivasz. Sollten die Herren je am Erfolg gezweifelt haben, dieser und der pplaus des begeisterten Publikums war ihnen jedenfalls sicher und lässt auf ein Wiedersehen hoffen.

28.6.2007; Wanda Mühlgassner

 

BADENER RUNDSCHAU

Unfassbar, herzerfrischend
„Operettts“ – ein ungewöhnlicher Operettenabend am Theater

Ein unfassbares Operettenkonzert: Die „Operettts“, eine umwerfende Idee von Thomas Sigwadl, die er gemeinsam mit seinen Sängerkollegen sowie dem urkömodiantischen Klavierbegleiter Christian Koch in die Tat umgesetzt hat. Dazu kam auch noch die blendende Regie-Leistung von Thomas Enzinger und die witzige Choreographie von Bohdana Szivasz.
Da wurden Highlights der Operettenliteratur von Richard Genée bis Carl Zeller in ungewohnter Form geboten, ohne die Musik im mindesten zu verfälschen. Mit großem Einfühlungsvermögen wurde Ohrwurm an Ohrwurm gereiht, allerdings mit durchaus unüblichem Ambiente. So manche Tanzeinlage, so manche große Geste ist im gängigen Operetten-Alltag nicht zu finden.
Man kann sagen; Da haben drei Tenöre und ein Pianist die Gattung „Operette“ auf den Kopf gestellt, eine ganz neue Sichtweise geboten und ihr Publikum auf höchstem Niveau unterhalten. Das war viel mehr als nur ein Sommerspaß!

28.6.2007; Dr. Susanna Mader

 

NÖN

IM GESPRÄCH / Thomas Sigwald möchte mit seiner Show „Operettts“ der Operettte den Nimbus ihrer Verstaubtheit nehmen
Einstiegsdroge Operette

BADEN / Dass Operette modern, frisch und humorvoll sein kann, das stellt der Sänger Thomas Sigwald mit dem Programm „Operettts“ (feierte am 2. März im Radiokulturhaus Weltpremiere) unter Beweis. „Schreiben Sie, dass Operettts wirklich mit drei T's geschrieben gehört“, bittet Sigwald, denn immer wieder verschwindet eines der 3 T's; die 3 T's verstehen sich ja als eine Art Glaubensbekenntnis, und sollen Sigwalds Liebe zur Operette visuell darstellen. Der Sänger hat die Intention der Operette über eine neuartige Darstellungsform Pfeffer in das etwas betagte Operettenhinterteil zu streuen – auf dass es wieder so werde, wie es einst war, als die Operette noch richtig pfeffrig und feurig war. Mit dem Regisseur Thomas Enzinger, dem musikalischen Leiter Christian Koch und den beiden Tenören Mehrzad Montazeri und Thomas Markus setzte Sigwald eine Idee um, „die ich schon lange mit mir herum schleppte.“ Nun steht sie, die Idee: ein Zwei-Stunden-Programm mit den Highlights aus den 25 besten Operetten wird geboten – wenig Requisiten, dafür tolle Stimmen und ein Quantum Humor „die Show mutet ein bisschen an Monty Python an“, schürt Sigwald Gusto auch beim jüngeren Publikum. „Operettts führt zurück zur Seele und dem Esprit dieser unerhörten Kunst“, steht im Programmtext. Operettts ist [am 20.Juni und] am 21. Juni im Stadttheater zu sehen.

Thomas Sigwald gastiert mit seinem Programm „Operettts“ [am 20.Juni und] am 21. Juni (19:30) im Stadttheater Baden

NÖN: Mit ihrem neuen Programm ‚Operettts' – mit drei T's geschrieben wie Sie betonen – möchten Sie die Genialität der Operette auch einem jüngeren Publikum verklickern. Geht denn das und wenn ja wie?

Sigwald: Die Operette wird leider immer noch von zu vielen mit einer rümpfenden Nase betrachtet. Die Operette wird als etwas Beiläufiges gesehen, aber Operette gehört, meines Erachtens, ernsthaft betrieben und die Musik der Operette ist genialer als die der meisten Musicals (Sigwald bekommt eine Gänsehaut und zeigt sie stolz her) – sehen Sie, so geht es mir, wenn ich nur an die Musik der Operette denke. Ich möchte mit meinem Programm eine Einstiegsdroge zur Operette liefern, das Rezept meiner Show: ernsthafte Musik mit viel Humor, so soll Operette sein.

NÖN: Sind sie so etwas wie der Retter der Operette?

Sigwald: (lacht) Nein, eigentlich nicht. die Operette ist die Musik unserer Kindheit, auch die Jugend von heute kennt sie, es ist ein Stück Österreich, diese Musik ist immer um uns, z.B. beim Neujahrskonzert, auf Bällen oder sonst wo, wenn ein Walzer gespielt wird. Diese Musik rennt unterschwellig immer irgendwie mit, viele können die Musik vielleicht nicht zuordnen, aber sie kennen sie. Ich habe halt ein großes Herz für das Genre Operette und ich habe Abende erlebt, da gab es eine Stimmung wie auf einem Popkonzert. Ich glaube, dass nur viele einfach Schwellenangst der Operette gegenüber haben. Die Show Operettts zeigt, dass Operette auch etwas schräg – ja sogar grotesk sein kann.

05.06.2007; Sandra Sagmeister

 

 

BADENER ZEITUNG

Publikumsliebling Thomas Sigwald mit „Operetts“
Operette einmal anders am Stadttheater Baden

Vier Künstler präsentieren im schlichten Rahmen einer offenen Bühne, einem Klavier und einigen wenigen Requisiten, auf humorvollste Weise einen großen Tribut an die höchst lebendige fantastische und noch immer beliebte Operette. Nach einer Idee von Thomas Sigwald (Buch: Thomas Enzinger und Thomas Sigwald) wird ein Feuerwerk an Musik und humoristischen Einlagen zum Besten gegeben. Der Abend basiert auf der Vorgabe, ein ganz normales Operetten- Muttertagskonzert zu sein. Es finden sich 3 Sänger auf der Bühne wieder, alle in dem Bewusstsein, ein Soloprogramm zu gestalten. Aus der Eigendynamik dieser absurden Grundsituation entwickelt sich ein Abend voll mit humoristischen und musikalischen Überraschungen. Ob Musikkabarett, ein quietschender Klavierhocker, Medleys, a cappella Ensembles oder ein ganzer Operettenabend in zehn Minuten, dafür steht „Operettts“. Die 25 wichtigsten Operetten werden in einer nie da gewesenen Form, in höchster musikalischer Disziplin, in zwei Stunden auf die Bühne gestellt. „Operettts“ führt zurück zur Seele und dem Esprit dieser „unerhörten Kunst“. Mitwirkende sind neben Thomas Sigwald Mehrzad Montazeri und Thomas Markus. Thomas Enzinger inszeniert, und Christian Koch hat die musikalische Leitung inne. Es wäre nicht Thomas Sigwald, wenn nicht schon dieser Abend, der am Donnerstag, 21. Juni, 19.30 Uhr, im Stadttheater Baden stattfindet, ausverkauft wäre. Daher hat die Direktion, um die Nachfrage befriedigen zu können, eine weitere Vorstellung und zwar für Mittwoch, 20. Juni, 19.30 Uhr, eingeschoben. Für alle Interessierten gilt: Schnell Karten sichern unter: Tel. 48547, Fax: 48338-50, email: ticket@stadttheater-baden.at

24.05.2007

 

DER WIENER OPERNMERKER - OPERNZEITSCHRIFT

ORF-Funkhaus-Wien: "operettts" - Uraufführung nach einer Idee von Thomas Sigwald

Ein Pianist und drei Tenöre, die zu den erfolgreichsten Vertretern des Genres Operette im deutschsprachigen Raum zählen, präsentierten im schlichten Rahmen einer offenen Bühne, einem Klavier und einigen wenigen Requisiten auf humorvollste Weise ein großes Tribut an die höchst lebendige, phantastische Operette. Die (subjektiv) 25 wichtigsten Operetten wurden in origineller und bisher nicht erlebter Form in hoher musikalischer Qualität und Disziplin während 2 Stunden auf die Bühne gestellt. "operettts" führt zurück zur Seele und dem Esprit dieser "unerhörten Kunst".
3 Sänger finden sich auf der Bühne wieder, alle in dem Glauben, ein Soloprogramm zu gestalten. Diese an sich schon absurde Ausgangssituation entwickelt in der Folge eine Eigendynamik an vor allem humoristischen und einigen musikalischen Überraschungen. Ein ungewöhnliches, unfassbares Operettenkonzert - eben "operettts". Ob Musikclownerie, ein quitschender Klavierhocker, Medlays, a cappella-Ensembles oder 25 Operetten - nein, nicht an einem Abend, sondern in 10 Minuten - dafür steht "operettts".
Die Grundidee von Thomas SIGWALD ist an sich einfach und zugleich bestechend. Es ist nicht einfach zu beschreiben, man muss es gesehen haben. Und die Umsetzung ist umwerfend. Da stehen 4 Vollblutkomödianten auf der Bühne, sogar der bislang als eher "tenor-steif" empfundene Mehrzad MONTAZERI lässt sich von seinen komödiantisch perfekt belichteten Partnern Thomas SIGWALD und Thomas MARKUS derart mitreissen, dass man ihn erleben konnte, wie bisher eben noch nie. Und Christian KOCH ist - nicht nur am Klavier - ohnedies eine Sensation. Treffsicher und trocken serviert er seine Pointen, am Klavier agiert er mit fast allen Körperteilen. Grandios! Thomas MARKUS , trotz seiner (relativen) Jugend mit einigen Rundungen versehen, verblüfft auch als leichtfüssiger Tänzer (Choreographie: Bohdana Szivasz . Dann liest man im Begleitheft, dass er auch Tanzlehrer ist - und versteht nun, warum er das so kann. Thomas ENZINGER führte eine flotte und kurzweilige Regie, auch das Textbuch trägt zum Teil seine Handschrift.

Nochmals: man muss es erlebt haben! Gelegenheit dazu haben Sie am 17. und 18. März im Häbse-Theater in Basel (Schweiz) sowie am 21. Juni im Stadttheater Baden bei Wien.

02.03.2007; Anton Cupak